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Irgendwann in der fernen Zukunft: In der trostlosen Weite Georgias ist ein Blitz zu sehen, kurze Zeit später steigt eine kleine Staubwolke gen Himmel, gefolgt von einem dumpfen Geräusch. Eine Reihe bunter Lichter blinken hektisch an der Außenseite des stählernen Kolosses, dessen Umrisse mehr und mehr an Form gewinnen, als die Schwaden sich schließlich immer weiter verziehen. Minutenlange Stille! Dann endlich ertönt ein lautes Quietschen und eine Klappe öffnet sich an der Unterseite des gigantischen Luftschiffs. Heraus tritt wie selbstverständlich eine Kreatur, wie sie noch kein Erdenbewohner zuvor gesehen hat. Eine donnernde, verzerrte Stimme, die sich anhört, als käme sie aus einem Lautsprecher, ertönt, und folgende Worte erschüttern die staubige Wüste: "Ich bin der Avian, und Eure Welt ist am Ende!" Wie aus dem Nichts erheben sich vor ihm vier Gestalten, jede mit einem Instrument bewaffnet. Eine davon, mit Glatze, Iron Maiden-Shirt und einer Gitarre in der Hand, tritt vor und ergreift das Wort: "Wir werden uns nicht ergeben. Wir haben noch eine letzte Waffe, um uns gegen das Ende zu wehren. Die großartigste Waffe, die dieses Universum je gesehen hat: Musik!" Damit wirft er seinen Kameraden einen kurzen Blick zu, der Drummer zählt an, und nur einen Augenblick später bricht ein musikalisches Feuerwerk über die Welt herein...


Yan, zunächst einmal Glückwünsche für Euer großartiges Debütalbum. Wie sind denn die ersten Reaktionen auf "From the Depths of Time"?

Yan: Danke! Die Reaktionen sind fantastisch, sowohl von der Presse als auch von den Fans. Es war ein großer Nervenkitzel gefolgt von Erleichterung, wenn du bedenkst, dass wir lange und hart daran gearbeitet haben und das Ergebnis von fast allen geschätzt wird.

In Deiner offiziellen Biografie erzählst du, dass Avian im November 2002 durch die Eindrücke vom Progpower III, einem Metal-Festival in Atlanta, entstanden ist. Welche Ereignisse oder Bands waren das genau, die Dich zur Gründung der Band bewogen haben?

Yan: Das Festival als Ganzes hat mich inspiriert. Es war wunderbar mit Leuten gleichen musikalischen Interesses herumzuhängen und zu plaudern. Trotzdem war der wichtigste Moment, als Gamma Ray auf die Bühne gingen. Sie eröffneten mit "Rebellion in Dreamland", einem meiner absoluten All-Times-Favourites, und als die ersten Töne erklungen waren wusste ich, dass ich alles im meiner Macht Stehende tun wollte, um eine Band zu finden, auf die ich stolz sein kann und die von vielen Leuten geliebt werden wird.

Ebenfalls in Deiner Biografie sagst Du, dass du schon jahrelang mit der Idee dieser Band gespielt hast. Ich frage mich nun, warum du nicht schon vorher gehandelt hast.

Yan: Ich wollte immer eine Band, die sich voll auf die Musik konzentriert. Ich hatte einfach Schwierigkeiten, Mitstreiter mit den selben Zielen zu finden. In jungen Jahren haben wir ganz andere Prioritäten, die nicht immer mit denen im reifen Alter übereinstimmen. Meine war immer die Musik, sie ist meine Leidenschaft. Ich denke einfach, wenn es weniger um Musik geht, dann mehr um das Image, Ruhm und darum, Geld zu verdienen. Versteh mich nicht falsch, ich möchte mit meiner Musik über die Runden kommen, aber auf eine Art und Weise, die mich immer noch stolz auf das kreative Ergebnis sein lässt. Deshalb habe ich mir immer gesagt, dass wenn ich eine Band gründe, dann entweder richtig oder gar nicht. Es dauerte zwar ein wenig, doch letzten Endes habe ich Leute gefunden, mit denen die Arbeit Spaß gemacht hat.


Wie alt sind denn dann die Songs auf dem Album?

Yan: Die Songs entstanden über einen Zeitraum von November 2002 bis März 2004. Ein Stück, "Sentinel on the Horizon", haben wir aufgenommen, aber nicht auf die CD gepackt. Für diesen Song habe ich ein Riff benutzt, das ich vor ca. 10 Jahren mal geschrieben habe. Wir haben den Song dann nicht genommen, weil er sich wie ein Spätsiebziger/Frühachtziger-Hard Rock-Stück anhört. Ich bin mir aber sicher, dass er eines Tages auf einem Sampler oder so auftauchen wird.

Yan: Die Entstehung Eures Line-Ups könnte man als eine Art Verkettung von glücklichen Umständen bezeichnen, oder?

Yan: Genau! Ich erinnere mich noch an den ersten Tag im Studio gegen Ende der Session: David und ich haben uns unterhalten, und er hat mir mitgeteilt, wie "magisch" alles für ihn gewesen ist. Es scheint wirklich, dass alles von Schicksal und Vorhersehung bestimmt worden ist. Es sollte so sein!

Als du den Namen für Deine Band gewählt hast, warst du Dir über die Verbindung zur Vogelgrippe (engl. "Avian Flu") bewusst, die derzeit in der ganzen Welt gefürchtet wird?

Yan: Nein. Ich wusste nichts von der Vogelgrippe. Es ist nur ein Name und ich habe keinerlei Absicht respektlos gegenüber denen zu erscheinen, die von dieser Erkrankung betroffen sind.

Der Name "Avian" entstammt einem Buch, "The Gardens Of Rama". Um was geht es darin?

Yan: "...Rama" ist eine Reihe von vier Büchern, die Arthur C. Clark und Gentry Lee über einen Zeitraum von 20 Jahren geschrieben haben. Die Geschichte findet etwa 200 Jahre in der Zukunft statt und handelt von einem mysteriösen, zylinderartigem Objekt mit 50 Kilometer Länge, das in unser Sonnensystem eintritt. Um die lange Geschichte nun abzukürzen: Es ist eine Geschichte über super intelligente Wesen, die andere intelligente Lebewesen im ganzen Universum suchen, um sie zu studieren. Der Avian ist eine dieser Lebensformen, und ich war von ihm immer fasziniert.

"From The Depths Of Time" ist in gewisser Weise ein Konzept-Album, das von Wächtern und Beschützern handelt. Vielleicht magst du ein wenig darüber erzählen und dabei einige prägnante Textzeilen heranziehen.

Yan: Ich möchte nicht allzu viel erklären, weil ich dem Hörer die individuelle Interpretation offen halten möchte. Ich habe es immer gehasst, wenn Lieblingsstücke vom Komponisten ganz anders erklärt werden als ich es mir vorgestellt habe. Ich denke, die ersten Zeilen von "As the World Burns" geben einen guten Überblick über die Story:

"The time has come to save our ruined land
Taking it for granted has led to this doom
Power and glory has played its wicked hand
Little hope we?ll survive the catastrophic gloom"


Die Geschichte ist im wesentlichen eine Warnung an die Menschheit. Wenn wir einfach so weitermachen wie bisher, dann blicken wir in eine katastrophale und unheilvolle Zukunft. Meine Absicht ist es, die Leute ein wenig wach zu rütteln, zum Nachdenken anzuregen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wohin die Welt der Menschen steuert. Sicher ist das ein tiefgreifendes und womöglich kontroverses Thema mit vielen verschiedenen Meinungen.

Die folgenden Zeilen stammen vom letzten Stück auf "The Depths of Time":

"From The Depths of Time they're rising
Fearing none they march ahead
Through the past and into forever
They?re the ones approaching with the storm"


Sie beschreiben die Wesen, die uns beobachten. Eine mögliche Interpretation könnte sein, dass die erkannt haben, dass sich die Menschheit ins Chaos bewegt und sie deswegen einschreiten. Ob das gut oder schlecht ist? Wir werden sehen.

Und das Coverartwork beschreibt eine Szene aus dem Album...

Yan: Richtig, das Cover zeigt die Wächter, die sich um etwas ziemlich Wichtiges versammelt haben. Ein Auszug aus dem Text von "The Depths of Time", der das Cover ziemlich gut beschreibt, lautet folgendermaßen:

Interlude (Guardians' Rally)
"Stand as one we're all united
Here in the valley of time
Emerald warriors you're the chosen
Now the judgment has begun"

Glaubst du selbst an Außerirdische? Hast du selbst vielleicht schon welche gesehen?

Yan: Ich bin überzeugt, dass es im Universum zahllose Sternensysteme und Planeten gibt. Zu denken, dass wir die einzigen "intelligenten" Wesen sind, erscheint mir sehr engstirnig. Das ist meine Meinung. Ich wüsste aber nicht, dass ich selbst schon Außerirdische getroffen habe, auch wenn ich manchmal ziemlich verrückte Träume habe.

Welche Stellung nimmt der Song "Time is all we need" im Kontext des Albums ein? Ich denke, er fällt ein wenig aus dem ansonsten sehr homogenen Rahmen.

Yan: Wir haben einen sanften Song gebraucht, damit der Hörer das Interesse nicht verliert. Die ursprüngliche Version hatte nicht den Up-Tempo-Teil zum Ende hin und wir haben uns entschieden diesen Part zu benutzen, um das Ganze etwas aufzupeppen. Es ist schwer den Song zu kategorisieren, denn es ist weder eine typische Ballade, noch ein Power Metal Song. Es ist einfach ein Stück, das so herausgekommen ist, und wir sind damit sehr zufrieden. Lass es mich an dieser Stelle sagen: Avian ist keine dieser Bands, die Balladen auf eine CD packt, nur um welche drauf zu haben. Wir werden nur die Songs veröffentlichen, die wir für unsere besten halten. Wenn es eine Ballade ist: gut. Aber wir werden uns definitiv nicht bemühen, gezielt eine zu schreiben. So wie es ausschaut, werden wir auch auf der nächsten CD keine Ballade haben. Aber einen solch schwer einordenbaren Song haben wir noch in der Hinterhand.

Welche Bands haben dich beeinflusst?

Yan: Interessanterweise sind die Bands, die ich liebe und mit denen ich groß geworden bin, kaum in meiner Musik zu hören. Was man allerdings hört sind Iron Maiden, Savatage, Megadeth, Dio und Hammerfall.

Und Kai Hansen bzw. Helloween?

Yan: Helloween war mein Einstieg in den Euro-Power-Metal, und das hatte ganz offensichtlich große Auswirkung auf mein Musikerleben. Ich bin ein großer Fan von Helloween und Kai Hansen. Wer weiß, ob es diese Art von Musik ohne sie heute überhaupt geben würde? Als wir die Gelegenheit hatten, die Produktion mit Tommy Hansen zu machen, war ich aufgeregt und angespannt. Nebenbei: Ich freue mich, dass Helloween die Keeper-Alben weiterführen. Es bedarf viel Mut, das zu tun und ich finde, sie haben definitiv eine klasse Arbeit vollbracht.


Yan Leviathan

Kennst du Sacred Blade?

Yan: Bis jetzt habe ich noch nicht viel von ihnen gehört. Ich habe mir aber eben mal ein paar Clips reingezogen, und ich vermute, dass du mich fragst, weil sie ein futuristisches Motiv in ihrer Musik haben. Klar, wenn du dir unsere CD und die Titel anschaust, liegt die Vermutung nahe, dass es um Aliens, Fantasy oder Ähnliches geht. Sobald sich der Hörer jedoch die Texte durchgelesen hat, wird er hoffentlich auch die wahre Absicht dahinter erkennen.

Obwohl ich die Keyboards mag und sie auch zur futuristischen Atmosphäre beitragen, habe ich mich gefragt, ob du das Album zu irgendeinem Zeitpunkt eher ohne Tasteninstrument aufgenommen hättest...

Yan: Ursprünglich ja. Aber als wir das Konzept des Albums weiter verfolgten, war uns klar, dass die Keyboards für die futuristische Atmosphäre wichtig sind. Ohne sie hätte die Ausdruckskraft des Albums gelitten. Mir ist aufgefallen, dass das ganze Keyboard-Thema sehr schablonenhaft ist: Manche mögen es, andere hassen es und dazwischen ist nicht mehr viel. Ich selbst liebe Keyboards. Sie tragen viel zu den Songs bei.

Hat Lance jeden Song eingesungen? Die Stimme, die am Anfang von "Queen of the Insane" zu hören ist, klingt exakt wie Gary Lettice, Sänger von Holocaust als "The Nightcomers? 1981 veröffentlich wurde. Unglaublich!

Yan: Mit diesem Album bin ich nicht vertraut. Lance hört sich aber bei diesem Stück tatsächlich etwas anders an. Er hat hier rauer gesungen als er es sonst tut.

Lance und Jonah sind ja auch noch in anderen Bands. Ist Avian mehr ein Projekt oder hat es auch für sie den Status einer vollwertigen Band?

Yan: Die meisten Bands heutzutage sind Projekte. So wie sich die Industrie im Moment positioniert ist es für Bands mit fünf oder sechs Leuten schwierig ohne Hauptberuf oder Engagement in anderen Bands über die Runden zu kommen. Üblicherweise hast du also den Hauptakteur, der die anderen für ihre Dienste auszahlt. Sicher ist: Lance und Jonah werden auch auf der nächsten Avian CD zu hören sein. Das gleich gilt für David Ellefson.

Was macht ihr außer Musik noch? Uns ist zu Ohren gekommen, dass Roger früher in James Bond-Filmen mitgespielt hat. Ist das wahr?

Yan: Ich bin froh, dass du diese Frage stellst, denn uns ist aufgefallen, dass die Leute wohl wissen, dass David Ellefson und Lance King in unserer Band sind, vergessen aber, dass James Bond die Solos eingespielt hat. Als Roger aus dem Bond-Franchise ausgestiegen ist, hat er ein paar Gitarren-Stunden genommen. Innerhalb von ein paar Jahren wurde er richtig gut und ist auf verschiedenen CDs in Erscheinung getreten. Als wir die Gelegenheit bekamen, mit ihm zu arbeiten, war ich total aufgeregt. Er war nämlich immer mein Lieblings-Bond.
Ernsthaft: Roger Moore ist ein guter Freund von Lance. Die beiden haben zuvor in einer Band namens Gemini zusammengespielt. Ich habe mich sofort in sein Gitarrenspiel verliebt und könnte über seine Leistung auf der CD nicht glücklicher sein. Er wird auch die Soli des nächsten Avian-Albums einspielen.

Habt ihr Pläne für Live-Auftritte hier in Deutschland?

Yan: Unser Line-Up steht und wir sind bereit auf Tour zu gehen. Das einzige Problem ist ja, dass es auch Sinn machen muss. David und Lance sind viel beschäftigt und wenn wir auf Tour gehen sollten, dann muss auch so viel Geld in die Kasse kommen, dass die beiden ihre Kosten decken können. Mein Traum ist es, in Europa zu spielen, und ich wäre wohl unglaublich aufgeregt, wenn wir in Deutschland spielen könnten.

Was kannst du uns über das Loft erzählen?

Yan: Das Loft ist ein kleiner Club mitten im Atlanta, wo die Progpower VI Warm up-Show stattgefunden hat. Wir sollten dort spielen zu einer Zeit als wir Line-Up Probleme hatten und ein paar Gigs absagen mussten. Die Probleme sind ausgebügelt, wir haben jetzt ein tolles Line-Up und sind bereit zu rocken!

Hattest du jemals Kontakt zu Bands wie Piece Dogs oder Kinetic Dissent, die auch aus Atlanta kommen?

Yan: Ich habe nur etwa ein Jahr in Atlanta gelebt. Üblicherweise ziehe ich alle paar Jahre um, und so habe ich kaum eine Chance mich mit örtlichen Bands anzufreunden.

Yan, vielen Dank für die ausführlichen und informativen Antworten. Die letzten Worte gehören Dir!

Yan: Danke für die einfallsreichen Fragen. Ich möchte mich bei all unseren Fans und dir, der dies liest, bedanken. Hoffentlich werden wir einige von euch in nicht allzu ferner Zukunft auf Tour treffen.


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Lex & Dennis



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