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Es gibt wohl keinen Zweifel daran, daß The Black Dahlia Murder mit ihren ersten beiden Scheiben zum Besten gehören, was der melodische Death Metal in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Zweifelsohne ein breit ausgetretenes Feld, in dem die fünf Amerikaner nichtsdestotrotz ihre eigene Nische gefunden haben und langsam aber sicher auch auf immer mehr Interesse seitens der Hörerschaft stoßen. Während sie sich in den USA vor allem durch ihre vielen Tourneen schon eine respektable Fanbasis aufgebaut haben, wartet in Europa noch eine Menge Arbeit, die The Black Dahlia Murder Anfang diesen Jahres mit ihrer ersten Headliner-Tour durch hiesige Lande angingen. In Darmstadt schnappten wir uns Gitarrist John Kempainen zu einer Fragerunde in angenehmer Atmosphäre. Er entpuppte sich dabei schnell als sympathischer und bodenständiger, wenn auch etwas zugeknöpfter Gesprächspartner. Daß das Interview im Endeffekt dennoch länger wurde als die anschließend folgende Show, war nicht der Band aus Detroit zu verdanken, sondern der Polizei, die das Ganze wegen Ruhestörung zu einem schnellen Ende brachte. Was John uns bei unserem Interview zu erzählen hatte, lest ihr im Folgenden...


John, wir haben Euch letztes Jahr im August schonmal ein Interview per E-Mail zugeschickt, von dem wir nie wieder gehört haben. Hast Du eine Idee, was damit passiert sein könnte?

John: Habt ihr das an mich geschickt? Ich habe nie etwas bekommen...

Das lief über Metal Blade.

John: Puh, ich kann Dir nicht sagen, was damit passiert ist. Ich selbst mache auch für gewöhnlich gar keine E-Mail Interviews. Brian und Terry beantworten meist die E-Mails.

Okay, vielleicht sollten wir die dann mal fragen. Ich spreche das Thema auch nicht an, weil wir Euch irgendwie ans Bein pinkeln wollen. Wir haben uns nur gefragt, ob der Europäische Markt nicht wichtig genug ist, um hier Medienpräsenz zu zeigen...

John: Doch, der ist sehr wichtig. Das ist der Grund, weshalb wir hier sind.

Läuft die Tour denn trotz solcher Probleme mit den Medien und der dadurch verringerten Präsenz in den Magazinen gut hier in Europa?

John: Ja, ich würde sagen, es läuft ganz gut. Es läuft noch nicht so gut wie in den Staaten, aber da touren wir ja auch schon viel länger. Hier haben wir zwar schon die X-Mass Festivals gespielt, aber damals waren wir der Opener und sind deshalb vor den Fans der anderen Bands aufgetreten. Das hier ist deshalb unsere erste richtige Tour in Europa, was man auf jeden Fall berücksichtigen muß. Das Ganze läuft noch in einem relativ kleinen Rahmen ab, aber wir haben eine tolle Zeit, die Fans sind fantastisch, und ich freue mich schon wiederzukommen und vor noch mehr Leuten zu spielen.


Wie viele Fans zieht ihr so jeden Abend?

John: Die erste Show in Athen war großartig. Da waren ungefähr 600 Leute und wir haben schon gedacht: Boah, wenn die Tour so weiterläuft, das wäre ja der Hammer! Anschließend ist alles ein wenig kleiner geworden. Ich würde sagen, es sind so zwischen 150 und 300 Leute jeden Abend. Aber wir hatten auch Shows mit 400 Leuten. Für die erste Tour in Europa läuft es auf jeden Fall nicht schlecht, ich bin zufrieden.

Ist es nicht in irgendeiner Weise frustrierend für Euch, wenn man erst das Ozzfest vor vielen tausend Leuten gespielt hat und dann in so kleinen Clubs wie diesem hier auftreten muß?

John: Nein, wir wissen wirklich, daß wir hier noch nie getourt haben und deshalb unser Status einfach viel kleiner ist als in den Staaten. Hier hat uns einfach noch kein Mensch live gesehen, und da kann man nicht erwarten, vor 800 oder 900 Leuten aufzutreten wie das bei unseren Shows in den USA oft der Fall ist.

Gibt es andere Unterschiede im Hinblick auf die Zuschauer, wenn man die beiden Orte miteinander vergleicht?

John: Die Leute schätzen Musik im allgemeinen mehr hier in Europa. Sie gehen auch bei Konzerten mehr aus sich heraus. Hier ist keiner irgendwie scheu, sondern es geht immer gleich richtig ab.

Laß uns mal über die Anfänge der Band sprechen. Kannst Du uns sagen, mit welchem musikalischen Ziel die Band gegründet wurde?

John: Also, ich bin ja eigentlich gar kein Gründungsmitglied der Band. Vor mir gab es noch einen anderen Gitarristen, der ja auch die EP mit eingespielt hat, und ich bin mir gar nicht sicher, was der ursprüngliche Gedanke bei der Gründung war. Die Songs auf der EP hatten mehr Unterbrechungen und tendierten noch etwas in die Hardcore-Richtung. Als ich dann in die Band kam, haben die Jungs sich entschieden, mehr in Richtung Metal zu gehen und die Hadcore-Aspekte zu vernachlässigen. Auf dem neuen Album ist der Hardcore ja fast ganz außen vor. Ich würde darum sagen, daß wir uns im Laufe der Jahre vom Hardcore weg und zum Metal hin bewegt haben. Ich glaube aber, das wichtigste Ziel bei der Gründung war es, einfach in einer Band zu sein, spielen zu können und Spaß zu haben.

Ist die EP noch erhältlich?

John: Nein, die wurde auch nur 1000 mal gepresst. Als wir die EP gemacht haben, hatten wir auch noch keinen Deal.

Wann und wie bist Du zum Metal gekommen?

John: Das war mit 13 oder 14. Ich habe mit 12 angefangen Gitarre zu spielen, allerdings erstmal klassischen Rock: Pink Floyd, Jimi Hendrix, Led Zeppelin... Etwas später bin ich dann zum Metal gekommen. Das war während einer Zeit, in der Metal in den USA komplett tot war.

Welche Bedeutung hat der Bandname "The Black Dahlia Murder"?

John: Der kommt von einem Mord, den es wirklich gegeben hat. Das war 1947 in L.A., und die ermordete hieß Elizabeth Short. Aber diese Geschichte hat uns eigentlich nie so richtig interessiert. Uns ging es immer nur darum, einen Namen zu haben, der cool klingt.

Auf Euren CDs ist schwedischer Melodic Death Metal als ein großer Einfluß auszumachen, aber auch der Bay Area Thrash scheint Euch beeinflußt zu haben. Würdest Du da zustimmen?

John: Ja, da stimme ich zu. Ich würde sagen, daß uns besonders Bands wie At the Gates oder Dissection beeinflußt haben. Vor allem diese beiden, und darauf baut unsere eigene Musik dann auf. Sicherlich kann man auch ein wenig Bay Area aus unserem Sound raushören. Testament z.B., auch wenn ich selbst gar nicht so sehr auf Thrash abfahre.

Haben Bands, mit denen ihr auf Tour wart, in irgendeiner Weise Euer Songwriting beeinflußt?

John: Nein, nicht wirklich. Wir ziehen unser eigenes Ding durch.

Zieht ihr Euch ab und an auch die neuesten Metalcore-Bands rein? Dieser Trend scheint in den USA ja noch immer ziemlich angesagt zu sein...

John: Das stimmt. Wir hören aber trotzdem keinen Metalcore.

Einige Leute sehen sogar in Euch eine Metalcore-Band. Teilweise werdet ihr ja auch so vermarktet, richtig?

John: Das mag sein. Wir sind definitiv keine Metalcore-Band. Aber weißt Du, die Leute können das, was wir machen, nennen wie sie wollen. Das ist mir egal, solange sie unsere Musik hören. Dann können sie uns meinetwegen auch New York Hardcore nennen.

Eure Alben sind beide nur um die 35 Minuten lang, während andere Bands 50 Minuten oder mehr auf einer CD verkaufen...

John: Das ist zu viel. Ich persönlich kann kein Album hören, das 50 Minuten lang ist, es sei denn, es ist experimentell und geht über reinen Metal hinaus.

Seid ihr bei der Auswahl besonders strikt, so daß ihr vielleicht 50 Minuten Material habt, aber nur die besten Songs für 30 Minuten auf die CD packt um kein minderwertiges Material dabei zu haben?

John: Absolut! Wir wollen es kurz und knackig. Wenn man eine CD von uns gehört hat, soll man sagen: Boah, das war klasse, ich kann es gar nicht abwarten die CD noch einmal zu hören!

Eure Lyrics handeln oft von Gewalt, Tod und Grauen. Ist das ein Ausdruck für das, was ihr um Euch herum beobachten könnt?

John: Da kann ich Euch gar nicht viel zu sagen. Ich bin nur der Gitarrist und schreibe nicht die Lyrics. Das macht Travis. Was ich Dir aber sagen kann ist, daß die Lyrics auf dem ersten Album in erster Linie dem Klischee entsprechen sollten, während die Lyrics auf dem zweiten Album persönlicher Natur sind. Das ist das, was ich darüber weiß.

Für "A vulgar Picture" habt ihr ein Video gemacht. Habt ihr dazu viel Airplay bekommen?

John: Ich weiß nicht, ob wir viel Airplay bekommen haben. Ich weiß, daß wir welches bekommen haben, aber wie viel läßt sich nur sehr schwer abschätzen, zumal ich nicht so viel Fernsehn schaue. Aber es hilft dabei, bekannter zu werden. Viele Leute haben es gesehen und sind daraufhin zu unseren Konzerten gekommen. Es ist auf jeden Fall wichtig, daß man ein Video hat, denn es ist einfach eine weitere Plattform um bekannter zu werden. Man muß immer versuchen, seinen Namen so weit wie möglich zu verbreiten.

Was kannst Du uns über die lokale Metal Szene in Detroit erzählen?

John: Ich kenne ehrlich gesagt keine anderen Metal Bands aus der Gegend, aber es gibt zumindest eine gute Fanbasis. Als wir das letzte Mal in Detroit gespielt haben, waren etwa 750 Leute bei der Show. So macht es dann natürlich viel Spaß zu spielen. Die Kids stehen auch absolut hinter uns und unterstützen uns, weil wir aus ihrer Heimatstadt kommen.

In welche Richtung bewegt sich der Metal momentan in den USA? Siehst Du irgendwelche Trends?

John: Es dreht sich immer noch alles um den Metalcore. Die Europäer sind davon ja nicht so betroffen, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, daß wenn As I lay Dying hier rüber kommen, sie jeden Abend vor 1000 Leuten spielen würden. Aber die meisten Fans kommen hier direkt aus dem Metalbereich. Sie hören eher Vader und solche Bands. In Amerika ist die Akzeptanz für modernere Musik größer.

Wie schaut's mit den traditionellen Bands in den USA aus?

John: Na ja, Bands wie Iron Maiden haben bei uns schon ein großes Publikum. Nachdem Iron Maiden vom Ozzfest-Billing geflogen sind, kamen nur noch die Hälfte der Leute. Aber hier sind sie wahrscheinlich noch größer. Kleinere traditionelle Metalbands haben es bei uns aber sehr schwer.

The Black Dahlia Murder sind ja eine Newcomer-Band mit noch sehr jungen Bandmitgliedern. Welche Erfahrungen habt ihr als solche im Musikgeschäft gemacht, in positiver wie negativer Hinsicht?

John: Das schönste ist sicherlich, daß man eine Menge Menschen trifft und eine Art Familie mit den Leuten wird, mit denen man auf Tour ist. Man schließt tolle Bekanntschaften, und, was noch besser ist, man kann jeden Abend vor den Fans spielen. Das ist das wunderbarste Geschenk, das man sich vorstellen kann. Auch, daß man die Möglichkeit bekommt, das in anderen Ländern zu tun.


Und Eure negativen Erfahrungen?

John: Nun ja, ehrlich gesagt könnte ich nicht behaupten, daß wir schonmal Probleme auf einer Tour oder so hatten. Es gibt zwar immer wieder mal Schwierigkeiten, aber eine Tour, über die ich sagen könnte, daß sie schlecht lief, habe ich noch nicht gespielt. Manchmal gibt es im Business ein paar Idioten, aber es gibt keinen Grund, da irgendwelche Namen zu nennen. Das Leben geht immer weiter, und man darf sich nicht verrückt machen lassen.

Könnt ihr von der Musik leben?

John: Wir kommen so langsam dahin. Wir haben keine anderen Jobs und müssen deshalb mit dem Geld auskommen. Nach einer Tour kommen wir mit etwas Kohle nach Hause, aber es ist nicht viel. Da wir aber die meiste Zeit mit der Band unterwegs sind, läßt es sich über die Runden kommen. Ich hoffe natürlich, daß wir eines Tages richtig von der Musik leben können. Das wäre großartig.

Welches sind Deine fünf Alltime-Faves?

John: Ich würde sagen der Flash Gordon-Soundtrack von Queen, King Crimsons "The Power to believe", "Slaughter of the Soul" von At the Gates, "Are you Experienced?" von Jimi Hendrix und "Volume 4" von Black Sabbath.

Das ist ja fast nur altes Zeug...

John: Klar! Ich höre auch viel Deep Purple und sowas. Ich liebe das Gitarrenspiel, versteht ihr? Es kann auch ein bißchen relaxter sein. Ich höre gerne Satriani und Vai, auch Becker. Ich mag eben Gitarrenspieler... Paul Gilbert... ich mag sie alle. Auch klassisches Gitarrenspiel. Wenn Du klassisches Gitarrenspiel beherrschst, kannst Du alles spielen.

Hast Du zum Abschluß noch einen Ratschlag für junge Musiker?

John: Ja, lernt Gitarre! Und wenn ihr das Instrument schon lernt, dann hört nicht damit auf. Es ist ein großartiges Instrument. Wenn ihr keine Gitarre spielen wollt, dann laßt es. Aber kauft Euch keine Gitarre und laßt sie anschließend in der Ecke stehen. Wenn ihr Gitarre spielen wollt, dann macht das richtig und mit ganzem Herzen.


Vorbereitung und Durchführung: Mansur & Dennis
Bearbeitung: Dennis



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