Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4773976
Besucher seit 09/2002


Ganz klein und versteckt, somit nur per Zufall habe ich den Hinweis in unserem lokalen Veranstaltungsblättchen entdeckt, dass Abandon Hope mehr oder weniger um die Ecke lautstark die Statik des Veranstaltungsortes überprüfen wollen. Leider hatte ich keine Zeit, um die Band live zu erleben, aber da ich von Hause neugierig bin, musste die aktuelle CD angefordert werden. Eine Entscheidung wie sie nicht richtiger sein konnte, da sich"The Endless Ride" nach dem ersten Höreindruck schon als eine der besseren Eigenproduktionen des Jahres empfahl. Weitere wichtige und sehr interessante Details hat mir dann Sänger Michael Homborg ausgiebig und bereitwillig ins Mikrofon gesprochen. Auf geht's!


Die üblichen Informationen zur Bandgeschichte natürlich wie immer zuerst.




MH: Wir sind insgesamt zu viert. Da wäre zum einen Jörg Holzhauer(Gitarre), ein echtes Warendorfer Urgestein, mittlerweile 38 Jahre alt und seit seinem 17. Lebensjahr Musiker und somit einer der erfahrenste von uns. Jörg hat eine sehr lange Banderfahrung, wobei seine bekannteste Band Suiciety war, die auch in Wacken aufgetreten ist und sich dann leider trennte. Dann haben Jörg und ich uns kennen gelernt und zusammen in der Band Nuke-o-Rama gespielt dass hat sich dann auch im Sande verlaufen. Nach einer Pause von fünf Jahren, in denen wir gar nichts miteinander zu tun hatten, sind wir mittlerweile wieder seit 4 Jahren zusammen und haben Abandon Hope gegründet. Als erstes stieß Bassist Max Kleemeier zu uns, den Jörg kannte, dann wurde ein Schlagzeuger gesucht und schnell gefunden. Das war Martin Waldor, ein Doktor aus Schweden, der an der Universität Münster seine Professur erlangen wollte, dann aber leider zurück nach Stockholm gegangen ist und deswegen ist jetzt Alex Salaj der neue Schlagzeuger. In dieser Konstellation sind wir seit 2003 zusammen, also seit Veröffentlichung der ersten CD "Existance".

Soweit bis hierhin. Jetzt versuch` doch bitte mal die Band musikalisch vorzustellen.

MH: Musikalisch machen wir Heavy Metal im eigentlichen Sinne, dessen Wurzeln Black Sabbath sind und wenn dann die Attitüde dazu getan wird, mit der BS damals diesen Stil entwickelt haben, so wie er von Tony Iommi vorgeben wurde, dann hieß das, etwas anderes machen. Musik finden, die mit dem dominieret heftigen Schlagzeug in Verbindung mit der Gitarre, eine fast schon depressive Stimmung zu transportieren. Die Heftigkeit ist das attraktive, die Riffs die wir entwickeln, die von Jörg kommen, dass sind einfach Hammerriffs und bilden auch die Basis als Melodie. Dazu werden dann entsprechende Schlagzeugrhytmen, Bassläufe und auch Gesangsmelodien entwickelt. Ich würde unseren Stil als Ur- Heavy Metal bezeichnen, wir spielen das, was wir kennen und versuchen dieses dann, neu zu arrangieren. Bei uns wird ziemlich schnell alles wieder über den Haufen geworfen, wenn es nicht heftig genug ist oder tanzbar,sein sollte, kopiert klingt, so was hat bei uns keine lange Überlebensdauer. Die Songs drücken sich dadurch aus, dass alles in sich sehr geschlossen wirkt und pro Song immer wieder was neues versucht wird. Der Sound ist ganz gut, wer die CD nicht kennt, kann das noch nicht nachvollziehen, sehr prägend. Die Songs an sich sind sehr abwechslungsreich, was durch die Komponierarbeit entsteht, die da mit reingreift.

Heavy Metal in seiner ursprünglichen Form als musikalische Bezeichnung ist einerseits richtig, andererseits wiederum nicht. Das könnte jetzt einige auf die falsche Fährte bringen, zumal auch Elemente aus dem Stoner Rock genauso wie modernere Strömungen also Pantera und ähnliches mit einfließen. Das wäre jetzt mein Veto, dass Du gerne widerlegen darfst, weil ich eben keine Ahnung habe.

MH: Du hast bestimmt mehr Heavy Metal, in seinen verschiedenen Arten gehört, als ich. Ich bin jetzt 36 und über zu dieser Musik gekommen, da war ich 18. Schuld war das schwarze Album von Metallica, weswegen ich zum Heavy Metal gekommen bin. Davor hatte ich mehr Gothic und sonst was gehört, deswegen reicht mein musikalischer Hintergrund höchstens bis 1988/89. Wenn ich Black Sabbath erwähnt, dann nur aus der Betrachtung dessen heraus, was diese Band in den neunzigern musikalisch gemacht hat. Dort erkenne Parallelen durch die Attitüde der Musiker, hinsichtlich Kompromisslosigkeit und den Kompositionen. Auch Led Zeppelin haben sich genauso mit ihren Titeln auseinandergesetzt, es sollte ein bestimmter Ton getroffen und transportiert werden und daraus wurde ein Lied gemacht. Genauso ist es, wenn wir komponieren. Wegen dem heftigen Schlagzeug und den ebenso heftigen Gitarren nennen wir unsere Musik eben Heavy Metal. Meine gesanglichen Vorbilder sind ganz klar Phil Ansemo, Mike Patton, vielfach werde ich mit Keith Caputo verglichen. Jörg ist sehr stark von Judas Priest geprägt, von Black Sabbath und natürlich auch Pantera. Das ist das, was wir spielen wollen, bloß wird es etwas anders arrangiert.

Interessant aber auch konträr zur Musik steht deine ruhige Art zu singen und die sehr depressiven Texte zu Gehör zu bringen.

MH: Es wurde immer wieder nach der Bedeutung des Bandnamen gefragt oder warum die Texte so depressiv klingen. Auf der Website wird erstmal der Name der Band erklärt. Es soll nicht heißen, dass Du deine Hoffnung hinter dir lässt. Hoffnung ist in den Fällen in die sie angewandt wird, etwas lähmendes, eine Art Tranquilizer. Von außen wird etwas an jeden von uns herangetragen, sei es ein zu erwartender Gewinn im Lotto, eine berufliche Veränderung. Diese Hoffnung begleitet uns Tag für Tag und nichts tut sich, dass findet sich in den Texten wieder. Der rote Faden der Texte ist der, krieg` deinen Arsch hoch, wenn du etwas verändert haben möchtest. Halte dich nicht mit Symptomen auf und beklage dich darüber. Wenn sich jemand nicht verändert, wird sich definitiv nichts verändern. Der Prinz, der einen wachküßt und in ein anderes Land entführt, der wird nicht kommen. Das ist die textliche Dominanz. Die Musik soll dazu anregen, in Bewegung zu kommen und die Idee, die vorhanden ist, evtl. zu realisieren. Wenigstens versuchen!


Können Musik und auch Texte als eine bandinterne psychologische Nothilfe angesehen werden?

MH: Ich habe vor kurzem ein Interview über Hatebreed gelesen. Da existiert auch eine Attitüde, dass die musikalische Ausdrucksform der Ausdruck dafür ist, von der eigenen Frustration immer wieder gefangen oder verlangsamt zu werden. Obwohl es eigentlich stetig nach vorne gehen müsste. Das transportieren wir auch mit der Musik. Wenn wir uns zur Bandprobe treffen, ist das auch eine Art Ventil, wo die Sau rausgelassen wird und dann wird auf einmal gesagt "das war superfett, dass müssen wir als Song festhalten". Es entsteht eine Energie, die wir teilen, die sich dann in den Arrangements wie auch den Texten widerfindet.

Die erste CD "Existance" hatte ein sehr negatives Coverartwork, entsprechende Texte genauso wie die aktuelle CD und bei beiden die entsprechende Musik. Das ganze könnte als zusammenhängendes Gesamtwerk gesehen werden.

MH: Ich kann dir das ganz genau erklären. In den jeweiligen Songs werden immer Situationen beschrieben, wo es Stumpf auf Stiel kommt. Wie habe ich es vor kurzem formuliert? Wir stehen zusammen wie Reporter am Kesselrand des sozialen Brennpunktes. Wir listen mehrere Symptome auf, wo eigentlich jedem klar sein müsste, gleich passiert was. Ich hätte nie gedacht, dass ein Titel, der über sieben Minuten lang wird, mal zum Titelsong der neuen CD wird. Aber für mich, der beruflich sehr viel unterwegs ist, ist es sehr wichtig, wie wird mit dem Leben zu Hause umgegangen, nicht darüber klagen, mal wieder im Auto zu sein und irgendwo hinzufahren, dass habe ich mir so gewählt, es könnte eingeschränkt werden oder positiv geändert werden. Was ich auf den Tod nicht leiden kann, ist ewiges Beklagen oder in Selbstmitleid zu zerfließen. In den Texten gibt es auch sehr starke autobiographische Züge, als Beispiel sei das Thema Arbeitslosigkeit genannt, dass immerhin 6 Monate meines Lebens mein Begleiter war. Wie psychisch einen diese Situation fertig machen kann, dass ist unglaublich und in dieser Situation hat mir die Musik sehr viel geholfen.

Damit sind wir wieder bei dem Thema "Musik und Text als psychologische Nothilfe" angekommen sind. Da gibt es ja noch mehr an gedanklichen Anstößen, als ich vermutet hatte.

MH: Die letzte CD "Existance" hätte thematisch auch komplett auf die aktuelle CD gepasst. Der beste Text, den ich jemals geschrieben habe, befindet sich auf "Existance" und zwar "Scylla & Charibdis". "Life without meaning" und Titel mit einer ähnlichen Bedeutung, dass ist das, was uns zur Zeit umtreibt. Wir wissen, welchen Kurs das Schiff nimmt, aber wir versuchen immer noch gegenzusteuern in Richtung Glückseligkeit des Individiums. Jeder interpretiert das aber für sich anders, für den einen ist es der Porsche, für den anderen ein Hobby, im Prinzip ist aber keiner ehrlich zu sich selber und zu den anderen. Texte zu schreiben, die nur Banalitäten beinhalten, würde mir nie in den Sinn kommen. Heavy Metal ist so von Gitarre und Schlagzeug dominiert, dann brauche ich mit meiner Stimme nicht immer alles zu transportieren, ich kann auch als Begleitung wirken, alles darauf lenken, dass das gehörte Riff das Zentrum ist. Bei Pop könnte ich mich nie vergessen, zu Musik von Robbie Williams abzappeln auf der Tanzfläche, dass ich einfach woanders bin. Das funktioniert nur mit Heavy Metal, mit bestimmten Songs und ich versuche diese Möglichkeit mit unserer Musik nachzustellen. Was bei den Proben funktioniert, wird auch bei Konzerten funktionieren. Davon träume ich und daran arbeiten wir alle. Das ist auch das schöne an dieser Band, dass jeder aktiv mitwirkt, bei den Texten , bei der Musik und deswegen sind für aktuelle CD 14 Monate Entstehungszeit ins Land gezogen. Während Gitarre und Schlagzeug innerhalb 14 Tagen erledigt waren, hat der Rest eben so lange gebraucht, weil immer wieder bestehendes Material komplett verworfen wurde.

Genauso wie Texte auf "Endless ride" sich nicht sofort erschließen, ist es auch mit der Coverversion von "Locomotive Breath". Eine sehr gelungene Version, weil sich eben nicht so genau wie möglich an der bekannten Version orientiert wurde und möglicherweise würden Jethro Tull diesen Titel im Jahr 2006 auch aufnehmen. Was ist denn nun das faszinierende an diesem Titel und warum nicht eine Verneigung vor Dimebag Darrel?

MH: Dadurch das dieser Titel nicht am Ende der CD platziert wurde, sondern mittendrin, ist er sehr tanzbar geworden. Etwas, dass sich ungefähr als "Ian Anderson meets Diso Metal a la White Zombie" beschreiben lässt. Das abgehakte Riff, so wie wir es verwenden, stammt ganz klar von "More human than human" von der "Astro 2000". Diesen erwähnten Titel haben wir mal versucht nachzuspielen und wenn der Jörg das einmal macht, dann können etliche Jahre vergehen und innerhalb weniger Sekunden, kann er diesen Titel wieder abrufen. Es wurden viele Titel ausprobiert, die zu uns passen könnten. Wobei unser Anspruch der ist, entweder es gibt eine 100%- ige Coverversion oder falls der Titel auf die CD kommt, muss da unser eigenes Trademark mit beinhaltet sein. Bei "Locomotive Breath" war das nicht geplant. Das war eine Idee von Jörg, der mit dem zentralen Riff ankam und wir haben mit einer anderen Rhythmik darüber gejammt. Innerhalb eines Tages war unsere Version entstanden und uns war klar, dass diese Version mit auf die CD muss. Hätten wir nicht den Mut gehabt, diesen Titel anders zu interpretieren, hätten wir diesen Thron nie bestiegen. Im Prinzip ist das Original mit dem Klavier und der Querflöte unkopierbar. Unsere Version ist Heavy Metal und die Erstversion Hard Rock.

Eine Eigenproduktion kostet Geld und da wird gespart, wo es nur möglich. Jetzt kommt ihr mit einer Produktion um die Ecke, die locker mehr als 70% der aktuellen offiziellen Veröffentlichungen in puncto Klangqualität übertrumpft. Fett, einfach nur fett.

MH: Wir waren selber erstaunt, wie viel gehen kann. "Existance" und auch "Endless ride" sind beim gleichen Mischer entstanden. Bei der ersten CD war alles überproduziert und deswegen hatten wir uns vorgenommen, die aktuellen Aufnahmen in eigener Regie aufzunehmen. Also haben wir uns 2 sehr gute Motu Firework(so habe ich das verstanden, der Verf.) Geräte besorgt, mit 10 Kanälen in 8/0 MK II und dafür kann ich nur werben. Das kostet so gut wie kein Geld und für den Gesang haben wir noch einen SDL Channel 1 geholt, ein Vorverstärker, der sehr viel Prägnanz in die Stimme bringt und dann wurden erstmal die Aufnahmen gemacht. Als wir das dann editieren bzw. mit Sounds arbeiten wollten, haben wir eins festgestellt, dass wir Sounds nicht brauchen. Durch die hohe Digitalisierung von 96 khz klangen die Instrumente schon so gut, dass höchstens noch ein paar Filter von Nöten waren, um etwas aus diesen Sounds herauszunehmen. Sonst wäre das zu klar gewesen und so mit kein Metal mehr. Da wir dann mit unseren Möglichkeiten nicht weiterkamen, wurde das ganze wieder Hansi Makowsky übergeben, der mit seinen Kenntnissen mittlerweile auch schon 2 Jahre weiter war. Alles in allem hat H.M. Eine genauso hohe künstlerische Leistung vollbracht, wie wir.

Welchen Anspruch habt ihr mittlerweile als Band auf Grund der überall nur positiven Reaktionen auf die CD?

MH: Als erstes sind wir glücklich, von unabhängigen Leuten, die es nicht nötig haben, uns zu schmeicheln, gesagt zu bekommen, dass die Produktion gefällt, dass wir es ernst meinen, dass wir etwas veröffentlicht haben, das wirklich gefällt. Unser Anspruch ist der, erstmal so viele Leute wie möglich, live zu überzeugen, weil wir eine Liveband sind. Was gibt es schöneres für einen Künstler, wenn die, die zu den Konzerten kommen, auch noch die Texte kennen und dann auch noch mitsingen können. Die Usprünglichkeit, des gemeinsamen Erlebnisgefühles, auf etwas gekommen zu sein, was noch nicht als Masse vermarktet wurde. Darauf freuen wir uns als Band. Die große Menge an positiven Reaktionen wollen wir als Chance nutzen, einen vernünftigen Vertrieb und eine gute Bookingagentur zu finden. Das sind die nächsten greifbaren und auch gewollten Ziele.


Die berühmten letzten Worte.

Ich möchte mehr Leute bei uns auf der Homepage haben, mehr Einträge im Gästebuch. In Halle/Saale haben wir den höchsten Zulauf, weil dort ein Nuclear Blast Shop ist, der unsere CD super vermarktet, dass ist unser derzeitiges Zentrum von Deutschland. Die Zustimmung die wir momentan erfahren ist wirklich phänomenal. Ich möchte alle kennen lernen, die mit unserer Musik Kontakt haben. Wir komponieren wie wild, laufen mit einem lächeln durch die Welt und sagen uns immer wieder, so muss es laufen.


Peter



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword