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Götz Kühnemund


Das Rock Hard ist seit Jahren das größte und bedeutendste Metalmagazin in Deutschland. Nachdem der Metal Hammer in den 90er Jahren von seiner traditionellen Ausrichtung abwich um aktuelleren Trends hinterherzulaufen blieb das Rock Hard sich und der Musik weitestgehend treu. Einer, der seit den Anfängen maßgeblich zum Erfolg des Magazins beiträgt ist Chefredakteur Götz Kühnemund, der sich in allen Bereichen, seien es Konzerte, Bands, Labels und eben auch der Presse für den Metal einsetzt und engagiert. Höchste Zeit für uns, ihn einigen Fragen zu unterziehen, die zum Teil sehr interessante Antworten zu Tage brachten.


Götz, danke erstmal, daß Du für uns in die Rolle des Interviewten schlüpfst und Dir die Zeit für die Beantwortung unserer Fragen nimmst. Hast Du in der Vergangenheit eigentlich schon oft selbst Interviews gegeben?

Götz: Ja, kommt ab und zu vor. Wenn du die Randalica-Interviews (ca. 150) abziehst, dann habe ich insgesamt vielleicht 100 Radio-, Zeitungs-, Fanzine- und Online-Interviews gegeben.

Seit wann hörst Du Heavy Metal, wer hat Dich dazu gebracht und was war die erste Platte, die Du Dein eigen nennen konntest?

Götz: Ich höre seit 1977/78 Heavy Metal/Hard Rock, wobei Scorpions, Kiss, AC/DC und Rainbow meine ersten Stationen waren. Meine erste LP habe ich allerdings schon 1975, mit neun jahren, denn ich bin ´66 geboren, gekauft: Smokies "Greatest Hits".

Das Rock Hard ist damals aus einem Fanzine entstanden. Viele unserer Leser werden die Geschichte noch nicht kennen. Erzählst Du uns kurz von den Anfängen und wie es zur Gründung des Rock Hards kam?

Götz: 1982 habe ich den ersten "überregionalen deutschen HM-Fanclub" namens "Metal Maniacs Germany" gegründet. Damals war ich 16 und habe Leute gesucht, die alt genug waren, um mit dem eigenen Auto zu Konzerten fahren zu können. Der Club hatte rund 120 Mitglieder, die für 10 DM Jahresbeitrag einen regelmäßigen Newsletter, Anstecker, Aufkleber etc. von mir bekamen. Da das ganze bald zu stressig wurde, habe ich den Club in ein Fanzine gleichen Namens umgewandelt. Parallel dazu startete in Dortmund das Rock Hard. Nach zwei, drei Ausgaben haben Holger Stratmann und ich unsere Fanzines unter dem namen Rock Hard zusammengelegt. Seitdem (Ende ´83) bin ich dabei. in der zeit von ´86 bis ´89 habe ich auch für den Metal Hammer geschrieben, weil ich ja von irgendwas leben musste (Rock Hard warf logischerweise keinen Gewinn ab). Als sich Ende ´89 abzeichnete, dass wir Rock Hard am Kiosk etablieren und langfristig davon leben konnten, habe ich beim Hammer gekündigt und ab dem 1.1.90 nur noch fürs Rock Hard gearbeitet.


Das erste Metal Maniacs Germany Fanzine

Wie sieht denn momentan Dein typischer Tagesablauf so aus? Gibt es den überhaupt? Ich kann mir vorstellen, daß man als Chefredakteur viele unterschiedliche Dinge erlebt und es mit noch unterschiedlicheren Leuten zu tun hat.

Götz: Ich fange am frühen Mittag an zu arbeiten und bleibe dann im Schnitt 10 Stunden im Büro. Meine Hauptaufgaben sind organisieren, telefonieren, Mails bearbeiten, alle Texte korrektur lesen (weil ich letztlich für alles verantwortlich bin) und - wenn dann noch Zeit bleibt - selbst schreiben.

Es gibt doch auch sicherlich Interviewpartner, die man mehr mag, und andere, mit denen man überhaupt nichts anfangen kann. Wer sind die Personen, um die sich die Redakteure streiten, sie interviewen zu dürfen?

Götz: Da hat jeder seine eigenen Vorlieben und Abneigungen. Meine Lieblings-Interviewpartner sind Lemmy (Motörhead), Dee Snider (Twisted Sister) und Steve Harris (Iron Maiden).
Arrogant und ärgerlich waren Blackie Lawless (W.A.S.P.) und Tom Araya (Slayer), wobei ich mich mit Tom inzwischen wieder vertragen habe...


Schmier von Destruction und Götz auf dem Bang your Head Festival

Erzähl doch mal von so einem Negativerlebnis!

Götz: Es kam mal fast zu einer Schlägerei zwischen Tom Araya und mir, weil ich Toms Intelligenz angezweifelt habe. Der Bursche ist supereitel und kann es gar nicht ab, wenn man ihm in puncto Intelligenz zu nahe tritt. Wir haben uns Jahre später wieder vertragen, und heute ist alles okay. Es gab auch schon Ärger mit Rob Halford, Glenn Tipton, Rock´n´Rolf, Peter Steele, Glen Benton, Savatage und anderen, die wegen "zu kritischer Interviews" jeweils nicht mehr mit mir sprechen wollten. Mit Ausnahme von Rock´n´Rolf (der immer noch beleidigt ist, weil ich "Angelo Sasso" als Drumcomputer geoutet habe) sind aber alle inzwischen wieder "lieb". In dieser Beziehung lobe ich mir Rudolf Schenker von den Scorpions, der auch bei "härtesten" Fragen fair, freundlich und souverän bleibt.

Gefällt Dir Deine Rolle als relativ zentrale Persönlichkeit in der deutschen Metalszene oder würdest du dich lieber auch mal ein bisschen zurücknehmen?

Götz: Darüber denke ich eigentlich nie nach. Ich bin ein Metalfan, der froh darüber ist, dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte. Inwieweit ich damit "in der Öffentlichkeit" stehe, kann ich selbst schlecht steuern oder beurteilen.

Wenn Götz Kühnemund nicht Chefredakteur beim Rock Hard geworden wäre, wäre er heute...

Götz: ...wahrscheinlich Comic-Zeichner. Das wollte ich als Jugendlicher immer werden - bis mich die Musik gepackt hat.

Gab es schonmal den Punkt, wo Du daran gedacht hast, alles hinzuschmeißen und aufzuhören?

Götz: Nein, eigentlich nicht. Selbst im größten Stress macht mir der Job noch genügend Spaß, um weiterzumachen.


Götz und sein "Zwillingsbruder" Brian Slagel von Metal Blade

Vermißt Du eigentlich etwas aus früheren Zeiten? Bangtechnisch meine ich jetzt vor allen Dingen. Den 80ern etwa? Oder bist Du ein Mensch, der immer nur nach vorne schaut?

Götz: Nein, es gibt schon Dinge, die ich vermisse. Der Zusammenhalt der Szene war beispielsweise viel stärker in den Achtzigern, und die Musik war größtenteils spannender - obwohl ich auch kein Scheuklappen-Nostalgiker bin, der grundsätzlich ALLES aus den Achtzigern besser findet. Es gibt z.B. genügend Reunions, die eigentlich kein Schwein braucht - und es gibt auch heute noch viele gute Newcomer.

Was ist denn Deine Einstellung zu Reunions? Bei Candlemass hat eine Wiederauferstehung durchaus Sinn gemacht denke ich, bei anderen Bands wie Tokyo Blade, Omen etc. durfte man in der Vergangenheit sehr enttäuscht sein. Ist das eine Art Glücksspiel?

Götz: Candlemass ist sicherlich die stärkste Reunion der letzten Monate, aber Holocaust-, Tygers of Pan Tang- und Savage-Reunions braucht meiner Ansicht nach niemand...

Fates Warning und John Arch, wäre das nochmal sowas, wo Du notfalls selbst Hand anlegen würdest, wenn sich die Chance bieten würde?

Götz: Dazu darf ich momentan nichts sagen...

Im Gegensatz zu einigen Magazinen der Konkurrenz seid Ihr Eurer Linie eigentlich immer recht treu geblieben und habt dennoch ein Augenmerk auf neuere Einflüsse gehabt. Gibt es da auch schonmal Diskussionen bei Euch, ob Ihr Nu-"Metal" Bands supporten sollt oder nicht? Wie stehst Du selbst zu dieser Musik?

Götz: Ja, darüber diskutieren wir ständig. Ich persönlich mag keinen "Nu Metal", aber es gibt ein paar Bands, die trotzdem ihre Berechtigung haben und dann auch im Rock Hard landen. Sowas bestimmen wir immer zusammen.

Was sagst Du zu den Vorwürfen mancher Leute, Du würdest alles Überbewerten, was sich auch nur annähernd nach Helloween anhört?

Götz: Wie bitte??? das hör' ich zum ersten Mal! Helloween war nie eine meiner absoluten Lieblingsbands, deshalb kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen - zumal ich Helloween-kopien wie z.B. Freedom Call oder Heavenly auch nicht besonders mag. Wenn man mir das in puncto Maiden oder Priest vorwerfen würde, könnte ich das ja noch halbwegs nachvollziehen...

Einige Leute kritisieren auch die generell recht hoch angesetzten Punktbewertungen in den RH CD-Rezensionen, soll heißen, unter einem mittleren Verriss stehen nicht selten trotzdem noch 5 Punkte. Wie stehst Du dazu?

Götz: Das ist von Fall zu Fall verschieden. Wir versuchen immer, unseren persönlichen Geschmack einfließen zu lassen und trotzdem möglichst "objektiv" zu sein. Ob uns das gelingt, müsst ihr entscheiden...

Etwas zwiespältig sahen wir Deine "Versöhnungsaktion" in Sachen Onkelz und Hosen. Hattest du da wirklich Hoffnung, die nach jahrelangen verbalen Gefechten an einen Tisch bringen zu können und die Streitigkeiten aus dem Weg zu räumen? Schließlich ist die jeweilige Ablehnung der anderen Band fast schon zu einem Imageaspekt beider Combos geworden. Und nicht zuletzt sind ja sowohl Stephan Weidner als auch Campino als ausgewachsene Sturköpfe bekannt.

Götz: Ja, ich dachte wirklich, dass das klappen könnte - zumal ich beide "Sturköpfe" ja gut kenne und weiß, dass sie in vielen Punkten sehr ähnlich denken. Stephan Weidner wäre ja auch zu diesem "Gipfeltreffen" bereit gewesen, Campino aber leider nicht...

Des weiteren hätte ich gerne Deine Meinung zum Thema Eintrittspreise bei Konzerten gehört. Manowar 40 Euro, für Nightwish habe ich 30 Euro bezahlt, Motörhead kosten auch über 30 Euro. Selbst Bands wie Saxon, die man vor einigen Jahren noch für einen Apfel und ein Ei sehen konnte, haben nachgezogen. Alleine durch die Euroumstellung ist das doch nicht zu erklären, oder?

Götz: Finde ich auch. 40 Euro für Manowar sind ´ne Frechheit - zumal die Show das nicht rechtfertigen konnte. Ich kann den Fans nur raten: Spielt da nicht mit und lasst euch nicht verarschen!

Mit dem Jubiläumsfestival im Juni liegt Ihr preislich ja auch ungefähr in einer Kategorie mit dem "Bang your Head" oder dem "Wacken", zudem ist dort bislang keine Möglichkeit zum Campen vorgesehen. Kannst Du uns schon verraten, wie Ihr auf dem Festival den Fans mehr bieten wollt als die Wacken-Veranstalter, denen Ihr mit dem Rauswurf aus der Hard Union die "rote Karte" gezeigt habt?

Götz: Ich kann euch versprechen, dass wir alle Preise vor Ort so fair wie möglich halten werden - auch auf die Gefahr hin, dass wir selbst draufzahlen müssen. Unser Festival wird auf jeden Fall ein Non-Profit-Event. Sprich: wir werden jeden Pfennig aus den Ticketverkäufen in die Gagen und den Service vor Ort stecken.

2003 ersetzt ja dieses Festival das WOA in der Hard Union, aber wie wird es 2004 damit weiter gehen? Gebt ihr dem WOA noch eine Chance wenn es 2003 gut läuft, plant mit einem anderen Festival an dessen Stelle oder steht gar der weitere Bestand der Hard Union in Frage? Und welches wären andere Kandidaten für den jetzt mehr oder minder freien Posten? Das Summerbreeze vielleicht?

Götz: Wir hoffen, dass das Theater aus dem letzten Jahr dazu führt, dass die Wacken-Organisatoren einige Punkte ihrer Preispolitik überdenken und dieses Jahr ein besseres Festival bieten. Wenn dann (vor UND hinter den Kulissen!) alles fair läuft, dann wird das W:O:A 2004 hoffentlich wieder Bestandteil der Hard Union sein...

Irgendwo gibt es doch sicherlich auch den Privatmensch Götz Kühnemund. Was machst Du so bevorzugt, wenn Du mal ausnahmsweise gerade mal nicht mit Metal beschäftigt bist?

Götz: Dann lese ich viel, gehe ins Kino oder zum Fußball. Aber 90 Prozent meines Lebens bestimmt der Metal!

Normalerweise kommt an dieser Stelle immer die berüchtigte Frage nach den All-Time-Faves. Da Deine allerdings schon bei der legendären Top-300-Alltime-Faves-Liste der Rock-Hard-Redaktion veröffentlicht wurde (Black Sabbath - Heaven and Hell, Rainbow - Rising, Iron Maiden - Number of the Beast, AC/DC - Back in Black, Iron Maiden - Killers), nenne ich Dir einfach nochmal ein paar Begriffe, zu denen Du kurz erzählst, was sie Dir bedeuten bzw. was Du mit ihnen verbindest, einverstanden?

- Dynamo Open Air

Götz: War in den Achtzigern/frühen Neunzigern DAS Festival schlechthin!

- Religion

Götz: Ist jedermanns eigene Sache. Wer an Gott glaubt, soll das tun; darüber würde ich mich nicht lustig machen. Gleiches gilt natürlich auch für die "Gegenseite". Also: Mehr Toleranz!

- Konkurrenz

Götz: Gibt es für uns nicht. Auch in Zeiten, als wir noch nicht Marktführer waren, haben wir die anderen Hefte nicht als Konkurrenten, sondern als Kollegen angesehen.

- Familie

Götz: Bin ledig und momentan solo, hätte aber gerne mal Kinder.

- Dortmund

Götz: Fußballstadt Nummer Eins!

- Heavy Metal

Götz: Mein Leben. Was sonst?



Vorbereitung: Volker & Dennis
Durchführung und Bearbeitung: Dennis



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